Konkrete Informationen zur Meniskusoperation  
     
  Was Sie vor einer geplanten Meniskusoperation wissen sollten:  
     
  Muss ein Meniskusschaden immer operiert werden?  
 

Bei dauerhaften Beschwerden sollte ein Meniskusschaden operiert werden. Denn -  bleibt eine Meniskusverletzung unbehandelt, so kann es zur Aufrauhung des Gelenkknorpels (Arthrose) oder zu einer Entzündung des Gelenkes (Arthritis) kommen. Ein Meniskusriss hat dieselbe Wirkung wie Schmutz im Getriebe einer Maschine: Je länger eingerissene Gewebsstücke im Gelenk belassen werden, desto mehr Schaden kann entstehen. Ein frühe Diagnosestellung bedeutet einen früheren Behandlungsbeginn und dementsprechend einen geringeren Schaden für das Kniegelenk.

 
 
  Wie wird die Meniskus-Operation durchgeführt?  
 

In Abhängigkeit von der Art des Risses erfolgt die Wahl des Operationsverfahrens. Die meisten Meniskuseingriffe werden heute über eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt. Bei der Arthroskopie wird das notwendige Instrumentarium durch kleine Einschnitte am Kniegelenk eingeführt, der Operateur verfolgt den Eingriff dann auf einem Videoschirm. Der Chirurg wird möglichst versuchen, den Meniskus mittels einer Naht oder mit Hilfe von speziellen Meniskuspfeilen zu reparieren. Sollte eine Reparatur des Meniskus nicht in Frage kommen, wird nur soviel Gewebe entfernt, wie unbedingt notwendig ist.

 

 
  Welche Art der Narkose ist erforderlich?  
 

Die Gelenkspiegelung kann entweder in einer rückenmarksnahen Regionalanästhesie (Peridualanästhesie) - wobei von der Hüfte abwärts Schmerzfreiheit und Gefühllosigkeit erzeugt wird  - oder in einer Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) durchgeführt werden.

 

 
  Ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich – oder kann der Eingriff ambulant vorgenommen werden?  
 

Die arthroskopische Meniskusoperation kann sowohl im Rahmen eines mehrtägigen Krankenhausaufenthaltes als auch ambulant durchgeführt werden. Nach dem Eingriff verbringen die Patienten einige Zeit im Aufwachraum und werden vom Pflegepersonal betreut.  Das Operationsgebiet  wird mit einem Verband versorgt. Bei einer ambulanten Operation werden die Patienten nach der Aufwachzeit und Nachbetreuung nach Hause gebracht. Man ist zu diesem Zeitpunkt schon an Gehstützen mobil.

 

 
  Gibt es Risiken bei der Meniskus-Operation?  
 

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff besteht bei einer Meniskusoperation – wenn auch in geringem Maß – das Risiko einer Entzündung und die Gefahr von Nerven- und Gefäßverletzungen. Infolge der teilweisen Ruhigstellung des Beines nach der Operation kann es zu einer Blutgerinnselbildung in den Beinvenen (Thrombose) mit dem Risiko einer Embolie kommen. In seltenen Fällen kann der operierte Meniskus wieder einreißen.

 

 
  Nachsorge zuhause  
 

Das Ergebnis der Operation hängt entscheidend von den nachfolgenden Rehabilitationsmaßnahmen ab. Bereits unmittelbar nach der Operation kann in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt mit einem speziell auf den Patienten zugeschnittenen Übungsprogramm begonnen werden.

 

 
  Was ist in den ersten Tagen nach der Operation zu beachten?  
 

Um Schmerzen und Schwellungen so gering wie möglich zu halten, sollte das Knie über Herzhöhe gelagert werden. Das Bein sollte möglichst gestreckt gehalten werden. Der behandelnde Arzt erklärt den richtigen Gebrauch der Gehstützen und die erlaubte Belastung des Beines. Günstig wird der Heilungsprozess durch wiederholtes Kühlen mit Eisbeuteln und Kältekompressen unterstützt. Das operierte Kniegelenk sollte zwei- bis dreimal pro Tag kurzzeitig mit Eiswickeln gekühlt werden, um Haut- und Gewebeschäden zu vermeiden. Unterstützend werden entzündungshemmende und abschwellende Medikamente verordnet. Beim Baden und Duschen sollte eine Plastiktüte um den Verband angebracht werden, um die Wunde trocken zu halten. Zur Verminderung des Thromboserisikos erhalten die Patienten am Operationstag Kompressionsstrümpfe, die drei bis fünf Tage getragen werden sollen. Bis zur vollständigen Belastung des operierten Beines erfolgt eine Blutverdünnung mit einem niedermolekularen Heparin, um eine Thrombose und Embolie zu verhindern. Daher wird am Operationstag und den zwei bis fünf folgenden Tagen eine kleine Injektion mit einem entsprechenden Medikament vorgenommen.

 

 
  Wie lange werden Gehstützen gebraucht?  
 

Die Benutzung der verordneten Gehstützen erfolgt nach dem jeweiligen individuellen Gelenkstatus. Beim normalen Ablauf werden die Stützen ca. drei Tage benutzt, wobei das operierte Bein durchaus auf den Boden tippen darf. In der Regel können die Stützen zwischen dem dritten und dem siebten Tag nach der Operation in der häuslichen Umgebung bereits weggelassen werden. Bei längeren Strecken, wie Arztbesuchen sollten sie weiterhin verwendet werden. Ab dem achten postoperativen Tag brauchen die Stützen in den meisten Fällen nicht mehr benutzt werden. Es sollte jedoch eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Ausnahme bildet hier die Naht des Meniskus: Um ein sicheres Wiederanwachsen des Meniskus zu gewährleisten, müssen die Gehstützen zur Entlastung des Meniskus für ca. 2 Monate benutzt werden, ebenso ist eine längere Entlastung nach Implantation eines Meniskusersatzes notwendig.

 

 
  Ärztliche Nachsorge  
 

Die Untersuchungen im Rahmen der Nachsorge dienen der Begutachtung des Heilungserfolges und einer Frühdiagnose eventueller Komplikationen wie zum Beispiel Infektionen. 

Nach einer ambulanten Operation ist am folgenden Tag und am vierten Tag nach der Operation eine ärztliche Nachkontrolle vorgesehen. In der Zeit vom zweiten bis fünften postoperativenTag kann zuhause mit speziellen Bewegungsübungen begonnen werden. Die Entfernung der Fäden wird zwischen dem achten und zehnten postoperativen Tag in der Arztpraxis vorgenommen.

 

 
  Welche Bewegungsübungen können ausgeführt werden?  
 

Bereits am Tag nach der Operation wird mit einem speziell auf den durchgeführten Eingriff abgestimmten Übungsprogramm entweder zu Hause oder in der Klinik begonnen.

Ziel der Bewegungstherapie ist es, die Beweglichkeit und Belastbarkeit des Kniegelenkes wie vor dem Meniskusschaden wieder zu erlangen. Dabei werden Bewegungsumfang, Muskelkraft und Dehnbarkeit der Ober- und Unterschenkelmuskulatur allmählich gesteigert. Unser ganz besonderes Augemerk richten wir auf die Streckung des Kniegelenks, da in diesem Bereich die Gefahr eines verbleibenden Defizits am größten ist.

Übungsintensität oder auch Bewegungseinschränkungen sind abhängig von der Art des Meniskuseinrisses, des Operationsverfahrens und des Therapieziels. Bei Sportlern werden besondere Bewegungsübungen gegen Ende der Rehabilitation durchgeführt, damit die sportlichen Aktivitäten bald wieder aufgenommen werden können.

Die Bewegungsübungen nach einer Meniskusoperation dienen der Verbesserung der Beweglichkeit des operierten Kniegelenkes und der Stärkung des großen Oberschenkelmuskels.